Nettes aus Jeans –
oder wie ich auch abgetragene und alte Jeans in Familienerbstücke umarbeiten kann
Jeans kommen überall auf der Welt, in fast allen Farben und selbstverständlich auch in den meisten Familien vor. Von Jung bis Alt werden sie zu mannigfaltigen Gelegenheiten getragen. Da ist der Handwerker, der robuste Jeans bei der Arbeit jeder anderen Hose vorzieht. Jugendliche, die auf gar keinen Fall in eine Uniform gesteckt werden wollten(die goldenen 70ger)und ihre Jeans individuell zu einer neuen Mode kreierten und last not least alle namhaften Designer, die das „Kultobjekt Jeans“ absolut salonfähig gemacht haben, weil sie die edelsten Stoffe mit der guten alten Jeans kombinieren. Nehmen wir einen sehr bekannten deutschen Modezar, der seit einiger Zeit in Jeans und Seidenjacket über die abendlichen Bildschirme flimmert und italienische Autos anpreist.
Auch ich habe schon früh begonnen mit dem Kultobjekt der 70ger Jahre zu experimentieren und versucht in der Modeszene mir einen Platz zu ergattern.
In nostalgischen Erinnerungen schwelge ich noch heute, wenn ich an meine damalige etwas abgewaschene Wrangler denke. Ein „abgefahrenes“ Designerstück!
Ich nähte damals in mühsamer Kleinarbeit verschiedene bunte Stoffe unterschiedlichster Größe und Konsistenz in Handarbeit zusammen( leider hat mich damals niemand gewarnt, dass diese Art von Näherei süchtig machen kann und „Crazy“ genannt wird).
Nach der Fertigung mehrerer so gewonnener Stoffstücke trennte ich bei meiner Lieblingshose die Beinnähte bis zum Knie auf und flickte die zu passenden Dreiecken geschnittenen Stoffe in diese Lücke ein, nachdem die Beinnaht von der Hüfte an noch einmal um ca. 1,5 cm verringert wurde.
So war aus einer gewöhnlichen Wrangler bereits ein Unikat geworden. Um aber noch diversen Stauraum zu gewinnen, denn Handtaschen waren damals überhaupt nicht „in“ mussten natürlich noch diverse Jeanstäschchen und Taschen aufgesetzt werden. Die beiden W auf den Gesäßtaschen(nannten wir damals anders – sie erinnern sich) bestickte ich mit dicker Wolle in verschiedenen Farben. Leider leider fanden meine Kreationen sehr wenig Anklang in meiner großen und recht weitverzweigten Verwandtschaft! Dadurch wurden diese Wunderwerke nicht wirklich fotografiert. Doch Relikte bleiben immer und wecken insgeheim ein bisschen den Wunsch wieder jung zu sein. Meine heutigen Kreationen aus alten Jeans kennen sie alle. Hier aber noch die Fotografien.

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