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Riesenschnauzer

Riesenschnauzer
winziger Riesenschnauzer im Ikeaeinkaufswagen

09.12.2013

Weihnachten


Freude, die wir schenken

 
„Wann ist denn Weihnachten?“ fragte der Jüngste der Engel im Himmel einen anderen, der als sehr erfahren galt.
„ Ach, Du kannst aber Fragen stellen“, sagte der alte Engel, „ ganz einfach, wenn der 24. Dezember da ist, dann ist am Abend Weihnachten angesagt.“
Zufrieden war der Jüngste unter den Engeln mit dieser Antwort nicht. Denn ein Datum allein kann ja Weihnachten nicht ausmachen, dachte er sich. Es reifte in ihm die Gewissheit, dass er im Himmel besser keinem mehr diese Frage stellt. Er musste selbst die Antwort finden.
Also schaute er sich nach der Antwort auf der Erde um!
Am 24. abends sah er eine Frau, um die 35 Jahre, müde nach Hause gehen. Sie hatte noch bis zum späten Nachmittag in einem Geschäft den Leuten Weihnachtsgeschenke verkauft. Irgendwie hatte der kleine Engel Mitleid mit ihr, wie sie total geschafft nach Hause eilte, und so grade noch ihren Bus erwischte. Sie wohnte am anderen Ende der Stadt in einer Siedlung. In eines der Häuser ging sie hinein und mit ihr der kleine Engel.
In der Wohnung war richtig Leben, denn da waren drei Kinder. Zwei Jungs, acht und zehn, und eine Tochter, gerade dreizehn geworden.
Einen Vater gab es nicht, so stellte dem Augenschein nach, der kleine Engel fest.
Die Kinder hatten die Wohnung toll mit Sternen und Lichtern geschmückt; die Mutter war baff erstaunt. Das hatte sie nicht erwartet. Und –ihre Nase stellte fest: Da brutzelte schon etwas Gutes zum Abendessen. Die Kinder waren heiter und aufgeregt und irgendwie heilfroh, dass sie endlich da war. Sie wurde erwartet und sie war glücklich, endlich daheim zu sein. Der kleine Engel kam mit dem Schauen gar nicht nach: Stolz trug die Tochter das Essen auf den Tisch. „Auflauf“, nannte sie das. Der kleine Engel kannte so etwas nur als Menschenansammlung, das man das auch essen konnte, war ihm ganz neu. Aber so ein „Auflauf“ scheint gut zu schmecken, stellte er augenscheinlich fest. Dann wurde der Jüngste unerträglich zappelig; das kannte der Engel aus Erfahrung.
Der Jüngste wollte in das andere Zimmer. Und weil das an Weihnachten alles so seine Ordnung hatte, ging erst einmal die Mutter allein in diesen Raum. Der kleine Engel war nicht schnell genug und bums, die Tür war zu. Nach einer unerträglich langen Zeit
Klingelte aus diesem Zimmer und alle Kinder samt Engel stürmten hinein.
Da leuchtete ein Tannenbau, darunter eine Krippe und rundherum viele Geschenke, die von einem Tuch verhüllt wurden.
„Halt“, sagte die Mutter, „erst hören wir die Weihnachtsgeschichte.“ In diesem Jahr war der Jüngste dran. Er las aus seiner Schulbibel, wie es war als Maria und Josef auf Herbergssuche in Bethlehem waren und Jesus dan letztendlich in einem Stall geboren wurde. Aber kaum war der Satz verklungen, dass die Hirten zu ihrer Herde zurückkehrten, da stieg wieder die Ungeduld der Kinder . Aber die Mutter blieb standhaft.“ Dies ist kein Weihnachtsbaum, wenn wir unter ihm nicht gesungen haben,“ stellte sie fest.
Also sangen die vier“ O du fröhliche“, „Stille Nacht“ und „Ihr Kinderlein kommet.“ Dann hatte sie ein Einsehen und lupfte das Tuch. Die Geschenke trugen die Namen der Kinder und jedes war glücklich, dass dieser und jener Wunsch erfüllt worden war.
Das ist die Antwort, stellte der kleine Engel fest; das ist Weihnachten.
Wenn Menschen miteinander am Tisch sitzen und das Essen herzhaft schmeckt: wenn Menschen miteinander hören, dass in Jesus das Licht geboren wurde für alle Menschen guten Willens;
Wenn Menschen miteinander singen, um einen Baum versammelt, der voller Licht ist;
Wenn Menschen erleben:
 
Freude, die wir schenken, kehrt ins eigene Herz zurück.
 
Die Antwort auf seine Frage hatten die Vier ihm gegeben, da draußen in der Siedlung vor der Stadt. Der kleine Engel blieb diesen Vieren treu! Er wurde ihr Schutzengel, total verlässlich, sodass sie manchmal baff erstaunt waren, dass in ihrem Leben alles so gut lief. Das war das Geschenk dieses kleinen Engels aus
Dankbarkeit dafür, dass sie ihm die Antwort auf seine Frage geschenkt hatten.
Denn Weihnachten ist, wenn die Freude , die wir schenken, ins eigene Herz zurückkehrt.
 
 
P. Norbert Possmann

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